Montanarchäologie

Stollen zur MetallgewinnungFrühe Stätten der Metallgewinnung in Südtirol: Wie und an welchen Stellen wurde in Südtirol zu Ötzis Zeiten Metallgewinnung betrieben? Was bedeuten die zahlreichen Schlackenplätze in den Hochlagen der Alpen? Woher kamen die Erze und wohin gingen die erzeugten Metalle? Welche Zeugen können wir heute finden und was sagen sie uns? Gibt es Verbindungen zu den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bergbaugebieten Südtirols? Solche Fragen des vorzeitlichen Bergbaus und der Metallurgie will man mit diesem Projekt versuchen zu beleuchten.

Der Schwerpunkt des Projektes Montanarchäologie liegt auf der alpinen Kupfergewinnung während der Bronzezeit. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Bodendenkmäler fanden auf dem Ritten während der Sommer 1998 und 1999 bereits montanarchäologische Grabungen statt. In der Folge wurde das Projekt ausgeweitet und zusammen mit dem Südtiroler Archäologiemuseum (Dr. Günther Kaufmann) weitergeführt.
Da die genannten Fragestellungen nicht ohne Hilfe chemisch-physikalischer Analytik lösbar sind, wurden weitere Projektpartner eingebunden. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Kooperation wirken nun auch Prof. Gilberto Artioli von der Universitá degli Studi di Milano sowie Wolfgang Müller von der Royal Holloway University of London aktiv mit.

Literatur:
Hanns Oberrauch: Prähistorische Metallurgie in Südtirol Minaria Helvetica, Sondernummer: 4. Internationaler Bergbau-Workshop. 3. bis 6. Oktober 2001 in Mels Nr 21c/2001.

Tagung:
Der Ritten in Vor- und Frühgeschichte
Zu Siedlungsprozessen in Mittelgebirgslandschaften
04.-05.12.02 Bozen Waltherhaus und Stadtmuseum

Archäometallurgie-Tagung:
15. Juni 2005: “Il sito fusorio della piena età del Rame di Millan presso Bressanone nal quadro della prima metallurgia dell’area alpina”. Benno Baumgarten: „Welche Schlüsse lassen sich aus den historischen Bergbauspuren um Brixen für die Vorgeschichte ziehen?“
 

Im Zuge neuer Funde (z.B. Gufidaun) kommt erfreulicher Weise immer wieder Untersuchungsmaterial dazu. Trotzdem sind wir auf private Hilfe angewiesen. Wer daher Hinweise über entsprechende Beobachtungen oder Funde geben kann - Schlackenfunde zum Beispiel - möchte sich bitte im Museum bei Benno Baumgarten melden.

Ein aufschlussreicher Link zum Thema:
http://www.ufg.uni-freiburg.de/d/publ/smeltexp.html